Wir informieren über das Thema
Kopfschmerzsyndrom
(weitere Schmerzthemen unten auf dieser Seite)
Zunächst eine gute Nachricht für alle Schmerzpatienten
Sozialgericht stärkt die Rechte von Schmerzpatienten. Danach hat ein Schmerzpatient das Recht in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden, er muß also nicht irgendeine der sonst üblicherweise angebotenen Rehabilitationen akzeptieren sondern kann unter Hinweis auf das Urteil gleich Widerspruch einlegen. Hier gelangen Sie zu dem Urteil (dieses gilt sinngemäß natürlich nicht nur für die Rentenversicherungen sondern auch für Krankenkassen), das mittlerweile rechtskräftig ist. Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik
Es gibt nicht nur 1 Kop fschmerzsyndrom (= Krankheit, die mit Kop fschmerzen einhergeht) sondern insgesamt 176, am häufigsten kommen jedoch M igräne und Kop fschmerzen vom Spannu ngstyp vor.
Systematik (= Einteilung, Ordnung) der Kopfschmerzsyndrom e:
| 1. Primäres Kopfschmerzsyndrom |
| 1.1 Migräne |
| - ohne Aura |
| - mit Aura |
| - andere Kopfschmerzformen |
|
1.2
Cluster-Kopfschmerzen (Cluster
Headache) 1.3 SUNCT-Syndrom |
| 1.4 Primäres Kopfschmerzsyndrom, das weder den Migräne- |
| noch den Cluster-Kopfschmerzen zuzuordnen ist: |
| - Kopfschmerzen vom Spannungstyp |
| - Zervikogene Kopfschmerzen |
| - vertebragene Kopfschmerzen |
| - Okzipitalneuralgie, |
|
-
Hemicrania continua - paroxysmale Hemikranie |
| - Raeder-Syndrom |
| - Neck-tongue-Syndrom |
| 2.Sekundäres Kopfschmerzsyndrom (Symptomatisches Kop fschmerzsyndrom) |
| - Ko pfschmerzen als (zunächst) einziges Symptom |
| - Ko pfschmerzen als Begleitsymptom |
| 3. Kombinationskopfschmerzen |
| - Mig räne und Spannungskopfschmerzen |
| - Mig räne und Ergotamin-Kopfschmerzen |
| - Spannungs- und Schmerzmittel-Kopfschmerzen |
| - andere Kombinationen |
1. Primärer Kop fschmerz:
Dieser
Begriff bezeichnet ein Kop fschmerzsyndrom, das als Krankheitszeichen nicht
auf
eine faßbare organische oder psychische Grundkrankheit zurückzuführen ist. Es
gilt als eigenständige Schmerzkrankheit, das im Gegensatz zum
symptomatischen (= als Folge einer
bekannten Krankheit auftretender)
Kopfschmerz
nicht kausal (= ursächlich, gegen die
Grundkrankheit gerichtet) behandelt werden können
(Soyka 1989).
1.1 Migräne:
Bei diesem Kop fschmerzsyndrom treten in
typischer Weise anfallsartige, bevorzugt halbseitige
Kopfschmerzen
(Hemikranie)
auf, begleitet von Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Lärm- und
Lichtempfindlichkeit. Darüber hinaus kann es zu Nerven
- und Sehstörungen kommen. Fast regelmäßig wird die
Schmerzqualität als pulsierend, pochend und hämmernd angegeben. Ätiologie (=
Krankheitsursache) und Pathogenese (=
Krankheitsentwicklung) sind letztlich noch nicht
sicher geklärt. Nach der IHS-Klassifikation von 1988 gibt es hauptsächlich
zwei Gruppen: M igräne mit und ohne Aura. Die frühere Einteilung in
einfache, klassische und komplizierte M igräne wurde aufgegeben.
Die einzelnen M igräne -Typen (IHS-codierte Klassifikation )(Göbel 1994) sind:
|
- Mig räne ohne Aura |
|
- Mig räne mit Aura |
|
- Mig räne mit typischer Aura |
|
- Mig räne mit prolongierter Aura |
|
- Familiäre hemiplegische Aura |
|
- Mig räneaura ohne Kopfschmerz |
|
- Mig räne mit akutem Aurabeginn |
|
- Ophthalmoplegische Mig räne |
|
- Retinale Mig räne |
|
- Periodische Syndrome in der Kindheit als möglicher |
|
Vorläufer oder Begleiterscheinungen einer Mig räne |
|
- Gutartiger paroxysmaler Schwindel in der Kindheit |
|
- Alternierende Hemiplegie in der Kindheit |
|
- Mig räne -Komplikationen: |
|
Status mig raenosus |
|
Mig ränöser Infarkt |
|
- Migräneartige Störungen, die die genannten Kriterien nicht erfüllen |
Die genaue Klassifikation der M igräne-Kopfschmerzformen ist manchmal nicht ganz einfach, weshalb nachstehend einige Erläuterungen folgen:
Als typische Anfangssymptome einer M igräne (Aura) gelten
Sehstörungen, (halbseitige) sensible und motorische
(= Bewegungs-) Störungen sowie Dysphasie
(= Sprachausdrucksstörungen).
Die Krankheitszeichen entwickeln sich i.d.R. über einen Zeitraum von fünf bis
30 Minuten und klingen innerhalb einer Stunde wieder völlig ab.
Eine M igräne
mit prolongierter (=
verlängerter) Aura
liegt dann vor, wenn zumindest ein typisches Symptom länger als 60 Minuten und
weniger als eine Woche anhält.
Bei der familiären hemiplegischen
(= mit einer
Halbseitenlähmung
einhergehenden) M igräne
besteht bei mindestens einem Verwandten (1. Grad) das gleiche Krankheitszeichen.
Bei der
Basilarismigräne gehen die Kop fschmerzen mit Krankheitszeichen
des Gehirns einher (z.B. Schwerhörigkeit, Doppelsehen, sensible oder motorische
Störungen, Schwindel).
Nach Göbel (1994) ist es umstritten, ob die Kop fschmerzen bei der ophthalmoplegische
M igräne (Schmerzattacken, die
mit einer Lähmung der Augenmuskeln einhergehen) überhaupt der M igräne
zugeordnet werden können.
Gleiches gilt für die periodischen Syndrome in
der Kindheit (anfallsartiger Schwindel und abwechselnde Halbseitenlähmung,
in Verbindung mit Störungen der Hautempfindlichkeit oder Beweglichkeit sowie
vegetativen Krankheitszeichen, möglicherweise sind diese Erscheinungen
epileptiformer (=
fallsuchtartiger) Natur.
Bei der "kindlichen M igräne" kann auch
ein
Bauchschmerz mit Übelkeit bis hin zu
Erbrechen auftreten, gelegentlich auch ein Temperaturanstieg, ohne daß Kop fschmerzen
vorliegen.
Bei der retinalen M igräne sind die Kop fschmerzen von
einem einseitigen
Gesicht
sfeldausfall oder gar Erblindung begleitet, was bis zu
einer Stunde anhalten kann.
Als M igränekomplikation ist der Status
m igraenosus zu nennen, gekennzeichnet durch eine Dauer der Kop fschmerzen von
mehr als 72 Stunden Dauer, trotz Behandlung. Eine weitere Komplikation ist der m igränöse
Infarkt. Dieser liegt vor, wenn ein ischäm ischer (=
durch Blutmangel bedingter) In farkt nachweisbar ist, oder die Aurasymptomatik (=
anfängliche Krankheitszeichen einer Mi gräne)
nicht innerhalb von 7 Tagen völlig abklingt.
Therapie der Migränekop fschmerzen: Zunächst muß der Patient eingehend über die M ig räneerkrankung aufgeklärt und über die Behandlungsmöglichkeiten informiert werden. Auf anamnestisch (= aus der Vorgeschichte) eruierte auslösende Faktoren (z.B. Schokolade, Käse, Rotwein) sollte besonders eingegangen werden. Hinweise auf eine vernünftige Lebensweise sind hilfreich, so z.B. regelmäßige Ruhezeiten, maßvolle körperliche Aktivitäten, möglichst Verzicht auf Alkohol und Nikotin und Vermeidung von Streßsituationen.
Therapie des akuten Migräneanfalls: Ganz wichtig ist der Hinweis,
daß
Analgetika (=
Schmerzmittel)
möglichst frühzeitig einzunehmen sind, d.h., der Patient darf nicht abwarten,
bis das Vollbild des Migränekop fschmerzes eingetreten ist, sondern die
Medikamenteneinnahme soll schon bei den ersten Anzeichen erfolgen. Als Mittel
der ersten Wahl gilt noch immer die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS)(z.B.
Aspirinâ ) 1-1,5 g. Bei ungenügender Wirkung von
ASS empfiehlt sich ein Versuch mit Paracetamol (z.B. ben-u-ronâ
), 1-1,5 g (in Form von Tbl., Saft oder Zäpfchen). Nichtsteroidale
Antirheumatika (z.B. Naproxen, Diclofenac, Ibuprofen) sind gegen M igräne ebenso
wirksam wie ASS bei vergleichbarer oder geringerer Nebenwirkungsrate. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Bewährt
hat sich bei stärkeren Migränekop fschmerzen auch die Kombination von 1g ASS
mit 1g Paracetamol. Auch ein Therapieversuch mit Metamizol (z.B. Novalginâ
) ist manchmal lohnend.
Ein potentes Therapeutikum bei Migränekop fschmerzen
ist der Serotoninagonist (= Mittel, das
dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirkt) Sumatriptan
(Imigran®). Initiale Dosierung : 100mg zum Einnehmen oder 6mg unter die Haut
gespitzt. Bei Wiederauftreten von Kop fschmerzen maximal zwei Verabreichungen in
24 Std. Häufiger wurde über ernstzunehmende Nebenwirkungen berichtet, auch in
den Medien. Bei Beachtung der Anwendungsbeschränkungen kann das Verhältnis von
Wirksamkeit und Verträglichkeit jedoch als günstig angesehen werden (Tfelt-Hansen
1993). Wegen des relativ hohen Preises dürfte Sumatriptan (gilt auch für
andere Triptane) allerdings erst dann zum Einsatz kommen, wenn andere M igräne
-Mittel nicht den gewünschten Erfolg bringen.
Zwischenzeitlich gibt es weitere Triptane: Zolmitriptan (AscoTop 2,5®,) Naratriptan (Naramig®),
Rizatriptan (Maxalt®), Almotriptan (Almogran®), Frovatriptan
(Allegro®) und seit 2002 Eletriptan
(Relpax®). Zur
Behandlung von hemiplegischer, ophthalmoplegischer oder Basilaris-Migräne sind
Triptane allerdings nicht geeignet.
Ergotaminpräparate sind klassische
Pharmaka zur Kupierung eines
Migräneanfall
s, wegen der möglichen
Nebenwirkungen jedoch nicht ganz unproblematisch. Die Gefahr einer Gewöhnung
und Auslösung eines zusätzlichen
Dauerkopfschmerz
es steigt mit zunehmender
Einnahmehäufigkeit. Aus diesem Grunde sollten pro Woche nicht mehr als 6mg Ergotamintartrat und pro
Migräneattacke nicht mehr als 4mg eingenommen werden
(Göbel, Ensink et. Soyka 1994).
Grundsätzlich gilt auch hier,
daß beim
Migränekopfschmerz die Verwendung von Mischpräparaten (z.B.
Ergotamintartrat mit Koffein oder Prophyphenazon, Codein, Paracetamol usw.)
strikt vermieden werden soll. Auf dieser Therapiestufe kann auch
Dihydroergotamin (Hydergin®) i.m. (= in den Mus kel) oder ganz langsam
i.v.
(= in eine Blutader) versucht werden
(1-1,5mg).
Besonders bei ausgeprägten vegetativen M igränebegleiterscheinungen hat sich die zusätzliche Gabe von 1-2 mg Flunitrazepam
(Rohypnol®)
(= ein Schlafmittel)
sehr bewährt, auch unter dem Aspekt,
Schmerzmit tel
einzusparen, zumal die
Patienten in dieser Situation ohnehin das Bedürfnis haben, sich hinzulegen.
Werden die
Migränekopfschmerzen
von Nausea (=
Übelkeit, Brechreiz) und Erbrechen begleitet
(evtl. auch schon vor dem erwarteten Auftreten dieser Symptome), ist die
Verabreichung von Metoclopramid (Paspertin®) sehr wirksam, zum Einnehmen
oder als Zäpfchen bis zu 20mg, i.m. oder i.v. 10mg. Metoclopramid sollte nicht
an Kinder unter 10 Jahren verabreicht werden. Es ist vorteilhaft, diese Substanz
vor einem
Analgetikum
(=
Schmerzmittel)
einzunehmen, weil Metoclopramid die Darmtätigkeit steigert und somit die
Resorption (= Aufnahme im Dar m)
weiterer verabreichter Substanzen fördert. Alternativ kann auch der
Dopamin-Antagonist Domperidon (Motilium®) verwendet werden, Tabletten oder
Tropfen bis zu 30mg.
Unter stationären Bedingungen, denkbar auch in einem
separaten Raum innerhalb einer Praxis, hat sich bei M igräne die Verabreichung
einer Infusion (500ml Kochsalzlösung) mit 1g ASS (Aspisol®) kombiniert mit
10mg Metoclopramid (z.B. Paspertin®) und 1-2mg Flunitrazepam (z.B. Rohypnol®)
sehr bewährt, bei heftigen Schmerzen zusätzlich 50-100mg Tramadol (z.B. Tramal®).
Die therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
ist im bereits voll entwickelten akuten
Kopfschmerzanfall
wenig hilfreich.
Allerdings kann bei frühzeitiger Durchführung die Symptomatik in vielen
Fällen abgeschwächt werden, so daß oftmals Schmerzmit tel
gar nicht oder in weit geringerer
Dosierung als sonst üblich eingenommen werden müssen.
Wir blockieren
vorzugsweise mit Bupivacain 0,5% die Nerven supraorbitales (=
Nerven an der Augenbraue) (je ca. 0,5ml),
occipitales major (= Nerven am
Hinterkopf) (je ca. 1ml) und minor (je ca. 0,5-1 ml) und infiltrieren die
Schläfe
nregion beiderseits (je ca. 1-2ml). Obwohl die
Migränekopfschmerzen
meist nur einseitig auftreten, hat es sich bewährt, diese Behandlung nicht
nur auf die aktuell betroffene
Kopf hälfte zu beschränken.
Wenn heftige
Migräneanfälle
gehäuft (mehrmals pro Woche) auftreten, sind im Rahmen einer
stationären Behandlung schmerzseitige Blockaden
(= Betäubungen) des
Ganglion stellatum
(= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
in engmaschiger Abfolge sehr hilfreich.
Arten die Kop fschmerzen in einen Status
m igraenosus
(= länger als 72h anhaltender Migränean fall)
aus, so ist dies eine Indikation (= Anzeige) zur stationären Aufnahme.
Bewährt hat sich
die mehrmalige (2-3x in 24 Std.) Verabreichung von 1-2mg Flunitrazepam (z.B.
Rohypnol®), initial zusammen mit 40mg Prothipendyl (z.B. Dominal forte®),
sowie eine Tropfinfusion mit 100 mg Tramadol, 1g Aspisol® und 10-20mg
Metoclopramid. Bei anhaltendem Erbrechen sollte mit der Gabe von
Dehydrobenzperidol (z.B. 2,5 mg i.m.) nicht gezögert werden.
Allgemeinmaßnahmen
im M igräneanfall bestehen in Reizabschirmung (ruhiges und verdunkeltes Zimmer).
Prophylaktische (=
vorbeugende) Therapie der Migränekop fschmerzen:
Nicht immer sind die Patienten bereit, auch im
schmerzfreien Intervall konsequent Medikamente einzunehmen, so daß oftmals eine
ausführliche Aufklärung erforderlich ist. Eine
Migränevorbeugung
sollte nur
dann erfolgen, wenn die
Migräneattacken
mindestens zwei mal pro Monat
auftreten. Nach Göbel und Soyka (1994) ist die Indikation auch
gegeben, wenn im bisherigen Verlauf mindestens zweimal ein Status m igraenosus,
eine prolongierte (= verlängerte)
Aura oder einmalig ein m igränöser Infarkt (=
Gewebszerstörung in bestimmten Hirnbereichen infolge von Sauerstoffmangel)
aufgetreten sind.
Als Mittel der ersten Wahl gelten Beta-Rezeptorenblocker
(= eigentlich Blutdruckmittel, die aber auch gegen Mi gräne wirken).
Allerdings haben nicht alle Substanzen aus dieser Gruppe eine vorbeugende
Wirkung auf die M igräne. Relativ sicher wirken Propanolol und Metoprolol (Diener
1989); beide Substanzen werden langsam einschleichend dosiert. Die tägliche
Höchstdosierung für Metoprolol (z.B. Beloc®) beträgt 200mg, für Propanolol
(z.B. Dociton®) 240mg. Bei Ausbildung nicht tolerierbarer orthostatischer
(= den Kreislauf betreffende)
Störungen oder einer Bradykardie (=
zu langsamer Puls) muß die Behandlung abgebrochen
werden (ausschleichend). In der Einschleichphase müssen daher regelmäßige
Puls- und Blutdruckkontrollen durchgeführt werden. Die Wirkungsweise der
Beta-Blocker in Bezug auf den Migränekop fschmerz ist noch nicht sicher
bekannt.
Zur Intervalltherapie des Migränekop fschmerzes eignen sich auch Kalzium-Antagonisten
(= ein Mittel das der Wirkung von
Kalzium entgegenwirkt). Flunarizin (Sibelium®)
sollte aufgrund einer Bewertung durch das Bundesgesundheitsamt nur bei Patienten
eingesetzt werden, die unter häufigen und schweren M igräneanfällen leiden
und bei denen eine Behandlung mit Beta-Blockern kontraindiziert (=
gegenangezeigt) ist bzw. keine ausreichende
Wirkung gezeigt hat. Nach einer Studie hat sich Cyclandelat (Natil®) zur
Prophylaxe nicht bewährt.
Eine weitere Prophylaxemöglichkeit (3. Wahl) des
Migränekop fschmerzes besteht in der Verabreichung von Serotonin-Antagonisten
(= Mittel, die dem Gewebshormon
Serotonin entgegenwirken). Pizotifen
(Sandomigran®) hat einen hemmenden
Effekt auf die Serotonin-Freisetzung im Anfangsstadium der M igräne. Lisurid (Cuvalit®),
ein Ergotaminderivat, ist ein Serotonin -Partialantagonist. Die Tagesdosis
beträgt 0,075 mg. Im Gegensatz zu anderen Autoren (Soyka 1989) wird
diese Substanz bei uns kaum verwendet, da bisherige Therapieversuche nicht
überzeugt haben.
Zur
Kopfschmerzprophylaxe bei der sog. menstruellen (=
regelbedingten) M igräne
soll Sulpirid
(Dogmatil®) hilfreich sein (Thoden 1986). Göbel und
Soyka (1994) empfehlen eine "Kurzzeitprophylaxe" mit 250-500 mg
Naproxen, vier Tage vor der erwarteten Regel bis drei Tage danach.
Das Derivat
der Lysergsäure, Dihydroergotamin (Hydergin®) ist zur Vorbeugung des Migränekopfschmerzes umstritten. So wird es z.B. in anglo-amerikanischen Ländern
dafür nicht verwendet.
Zur
Migränevorbeugung
soll auch das Antiepileptikum (=
Mittel gegen die Fallsucht) Gabapentin (Neurontin®) eingesetzt werden können.
Wenn die Anfälle gehäuft (z.B. mehrmals pro Woche) auftreten und andere
vorbeugende Medikamente (z.B. Beta-Blocker) nicht greifen, ist nach unserer
Erfahrung beim Migränekop fschmerz auch die
therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel) lohnend, besonders wenn sie
über 2-3 Wochen unter stationären Bedingungen 2x täglich konsequent
durchgeführt wird (Le eser et Hefer
mann,
Schmerzk
linik Bad Mergen
theim 1990). Dabei betäuben
wir, wie zur Akutbehandlung schon beschrieben, die das Kranium
(= den knöchernen Schädel)
versorgenden Nerven an ihren Austrittspunkten. Ergänzt wird die Behandlung
durch tiefe Infiltration der oft verspannten, an die
Halswirbelsäule
angrenzenden
Muskulatur.
Die Wirkungsweise dieser Therapie ist beim Migränekop fschmerz nicht geklärt, vermutlich kommt es zu einer tiefgreifenden
neurovegetativen Umstimmung.
Diese Wirkungsvorstellung ähnelt sehr dem
neuraltherapeutischen Konzept, allerdings mit dem Unterschied, daß statt
Procain das langwirkende örtliche Betäubungsmittel
Bupivacain verwendet wird.
Ergänzende Methoden zur
Migränetherapie:
Meist werden die
folgenden Methoden ergänzend eingesetzt, d.h. als Monotherapie (=
alleinige Behandlung) ist die Wirkung in der M igräne -Behandlung in der Regel nicht ausreichend.
Eine der klassischen
Indikationen für die Akupunktur sind
Kop fschmerzen. Zur Behandlung des
M igränekopfschmerzes dominieren Nadelpunkte auf dem Gallenblasen-Meridian, so
z.B. die Punkte 3, 17, 40 und 43, zusätzlich das Lenkergefäß 25 in der Mitte
der Nasenwurzel (Kossmann et al. 1986). Es sei darauf hingewiesen, daß
auch für die Behandlung der M igräne mit
einer
Schmerzakupunktur (noch) keine
wissenschaftlich exakten Ergebnisnachweise vorliegen.
Die transkutane
Nervenstimulation mittels Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS)
kann beim Migränekop fschmerz, wenn sie bei den ersten Anzeichen einer Attacke
durchgeführt wird, durchaus eine Linderung der Beschwerden herbeiführen,
manchmal sogar den Ausbruch einer Attacke verhindern.
Bei vielen M igränepatienten fällt auf, daß auch im schmerzfreien Intervall die an die
Halswir belsäule angrenzende
Mus kulatur, teilweise auch die Schultermuskulatur
verspannt ist. In diesen Fällen hat sich die Verordnung von physikalischen
Therapiemaßnahmen (Fango, Massagen, Kältebehandlung) und Krankengymnastik
als ergänzende Behandlung bewährt. Manchmal kann auch durch eine manuelle
Lymphdrainage im Kop f-/Halsbereich eine deutliche Linderung der Migränekop fschmerzen erzielt werden.
Zu erwähnen wäre bei M igräne auch die Hydrotherapie
in Form von Wechselbädern der
Extremitäten
(Arme und Beine)
und/ oder Kneippschen Güssen.
Wahrscheinlich beruht der oft zu beobachtende positive Effekt auf einer
neurovegetativen Umstimmung im Sinne eines ganzheitlichen Behandlungsansatzes.
Bewährt hat sich bei M igräne auch
Biofeedback
(= Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale). Auch
psychologischen Interventionen können Migränekop fschmerzen lindern:
hauptsächlich Entspannungstechniken,
Streß - und Schmerzbewältigungstraining.
1.2
Clusterkopfschmerz
(Cluster-Headache):
Synonyme
(= weitere Bezeichnungen)
für dieses eigenständige, von der M igräne und der Trigeminus-Neuralgie
abzugrenzendes Kop
fschmerzsyndrom sind:
Erythroprosopalgie,
Bing-Horton-Kopfschmerzen, zil iare
Neuralgie und N.
petrosus-
Neuralgie..
Die Krankheitsursache ist
unbekannt.
Das Hauptsymptom (= vorherrschendes Krankheitszeichen)
bei diesem Kop fschmerzsyndrom ist der streng
einseitig, in aller Regel periorbital (=
um das Auge herum) oder frontotemporal (=
Sti rn-/Schläfenbereich betreffend) in Attacken
und vorwiegend nachts auftretende Schmerz von unerträglicher Intensität und
einer durchschnittlichen Dauer bis zu wenigen Stunden. Überwiegend wird der
Schmerzcharakter mit bohrend oder brennend angegeben. Typischerweise, jedoch
nicht zwingend, kommt es zu Tränenfluß und Rötung des schmerzseitigen Auges,
evtl. begleitet von Engstellung der Pupille und Verengung der Lidspalte
(partielles Horner-Syndrom) sowie Nasenträufeln als Begleiterscheinungen.
Manchmal treten beim
Cluster-Kopfschmerz auch Übelkeit und Brechreiz auf, was
zu Verwechslungen mit der M igräne führen kann.
Im Gegensatz zu M igränepatienten sind Patienten mit
Clusterkopfschmerzen eher unruhig und
laufen während der
Clusterattacke umher; ihr Ruhebedürfnis ist weniger ausgeprägt
als bei Migränikern.
Der einschießende Schmerzcharakter und die extreme
Schmerzintensität können zur Verwechslung mit der Trigeminusneuralgie Anlaß
geben. Schmerzauslösende Mechanismen können vorhanden sein, so z.B. Flimmer-
und Flackerlicht, Aufenthalt in großen Höhen, Histamin und Nitroglyzerin,
öfters aber auch Alkohol (Soyka 1989). Nitroglyzerin (in Form von
Nitratpflaster) verwenden wir deshalb regelmäßig als Provokationstest, um die
Stabilität eines Behandlungserfolges einschätzen zu können.
Therapie des Clusterkopfschmerzes:
Ein statistischer Erfolgsvergleich
unterschiedlicher Therapiemaßnahmen wird durch die Tatsache erschwert, daß der
Clusterkop fschmerz meist schubartig verläuft, d.h. monatelange, in
Ausnahmefällen sogar jahrelange schmerzfreie Intervalle kennzeichnen diese
Kopfschmerzform. Wie bei den anderen primären
(= nicht auf eine andere Krankheit zurückzuführende)
Kop fschmerzen ist es auch beim Clusterkop fschmerz oftmals erforderlich,
die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten nacheinander auszutesten, um die
optimale herauszufinden.
Therapie der akuten Clusterkop fschmerz-Attacke:
Wegen der häufig
kurzzeitigen Attackendauer kommen meist nur solche Methoden zur Anwendung, die
innerhalb weniger Minuten wirken können. Orale (=
Tabletten, Tropfen) und rektale (=
Zäpfchen) Verabreichung von z.B. Ergotam in ist
daher nur bei längerer Anfallsdauer sinnvoll. Die Einatmung von reinem Sauerstoff
über Maske ist eine bewährte Methode zur Kupierung des Anfalls. Die
Verabreichung über eine Nasensonde ist meist nicht ausreichend. Diese Methode
hat den Vorteil, daß entsprechende Geräte zum häuslichen Gebrauch auf Kosten
der Krankenkassen verordnet werden können.
Im Gegensatz zur akuten M igräneattacke spricht der akute Clusterkop fschmerz in der Regel auf
die therapeutische
therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel)
an. Bewährt hat sich die
Betäubung der schmerzseitigen Nerven supraorbitalis (ca. 1 ml),
supratrochlearis (ca. 0,5ml), jeweils am zugehörigen Austrittspunkt, und die
großzügige flächenhafte Infiltration des dominanten Schmerzareals im
Stirn -
/
Schläfenbereich. Bei Schmerzausstrahlungen in den
Oberkiefer
muß der
Infraorbitalis-Nerv ebenfalls blockiert werden (1-2ml). Das
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel) der ersten Wahl ist
bei uns das langwirkende Bupivacain 0,5% (z.B. Carbostesin®). In hartnäckigen
Fällen führen wir diese Behandlung mit gutem Erfolg konsequent 2 bis 3 mal
täglich durch, auch an Wochenenden, was jedoch nur unter stationären
Bedingungen durchführbar ist. Auch wiederholte Betäubungen des
Ganglion stellatum (=
eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich) oder
cervicale superius (=
eine vegetative Schaltstelle im hinteren Rachen)
mit einem langwirkenden örtlichen Betäubungsmittel können beim Clusterkop fschmerz sehr hilfreich sein.
Empfohlen wird bei diesem Kop fschmerzsyndrom auch eine nasale
Instillation (= in die
Nase eingebracht)
von 1 ml 4%iges Lidocain (Xylocain®) (=
ein mittellang wirkendes örtliches Betäubungsmittel)
bei 45 Grad rekliniertem und 30-40 Grad zur betroffenen Seite rotiertem Kop f (Pfaffenrath
1988).
Wirksam ist beim Clusterkop fschmerz auch Ergotam in. Nachteilig ist, daß sich bei häufigem Gebrauch ein ergotaminbedingter
Dauerkopfschmerz ausbilden kann. Wegen des schnellen Wirkungseintrittes kann
auch Dihydroergotamin (Hydergin®) i.m. (i.v.) gegeben werden (1-2mg), evtl.
kombiniert mit 1g Metamizol (z.B. Novalgin®).
Das Migränetherapeutikum Sumatriptan
(Imigran®, bzw. auch andere Triptane) ist auch beim Clusterkop fschmerz
sehr wirksam, insbesondere unter die Haut gespritzt (6 mg)(auch mit Autoinjektor
vom Patienten selbst injizierbar), ansonsten 100mg oral (=
durch den Mund). Bei Wiederauftreten von Schmerzen
maximal zwei Verabreichungen in 24 Std. Häufiger wurde über ernstzunehmende
Nebenwirkungen berichtet, auch in den Medien. Bei Beachtung der
Anwendungsbeschränkungen kann das Verhältnis von Wirksamkeit und
Verträglichkeit jedoch als günstig angesehen werden (Tfelt-Hansen
1993).
Wegen des relativ hohen Preises dürfte Sumatriptan (und andere Triptane)
allerdings erst dann zum Einsatz kommen, wenn andere Maßnahmen nicht den
gewünschten Erfolg bringen.
Prophylaxe (= Vorbeugung)
des Clusterkopfschmerzes:
Als
Mittel der Wahl gilt bei diesem Kop fschmerzsyndrom der Calcium-Antagonist Verapamil (z.B. Isoptin®).
Dosierung: bis zu 3-4x 80 mg pro Tag, in der ersten Woche einschleichend. Der
Wirkungsmechanismus von Verapamil bei Clusterkop fschmerz ist unbekannt.
Neue
Dosierung: In hartnäckigen Fällen wird Verapamil mit gutem
Erfolg sehr viel höher dosiert: bis 500 mg/Tag (und mehr), initial
(= zu Anfang) unter
ständiger Blutdruck- und Pulskontrolle.
Als Mittel der 2. Wahl kann beim Clusterkop fschmerz
Lithium empfohlen werden (z.B. Hypnorex®, Quilonum®). Lithium soll
bereits unterhalb des empfohlenen Serumspiegels wirksam
sein.
In hartnäckigen Fällen und unter strenger Abschätzung des
therapeutischen Risikos im Verhältnis zu einem möglichen Nutzen, kann eine Kortikoid-Behandlung
versucht werden, z.B. mit Prednisolon®. Empfohlene Dosierung: 1-4. Tag 80mg, 5-
8 Tag 70mg, dann jeweils nach 4 Tagen die Dosierung um weitere 10mg reduzieren.
Der Serotonin-Antagonist Methysergid (Deseril ret.®) (=
ein Mittel, das dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirkt)
kann auch zur
Schmerzprophylaxe eines
Clusters verwendet werden.
Teilweise
wird empfohlen, zur Prophylaxe regelmäßig täglich Ergotam in zu verabreichen. Wegen der Gewöhnungsgefahr und der hohen
Wahrscheinlichkeit, damit den gefürchteten Ergotaminkop fschmerz zu induzieren,
muß davor dringend gewarnt werden.
Zur Prophylaxe des Clusterkopfschmerzes hat sich bei uns auch die wiederholte therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) wie bei der Akutbehandlung sehr bewährt. Manchmal werden auch in der schmerzseitigen Hinterkopf region Schmerzen angegeben; in diesem Fall blockieren (= betäuben) wir dann auch die Nerven occipitales major und minor. Optimal ist diese Behandlung unter stationären Bedingungen, weil dann diese Therapie konsequent 2x täglich, auch an Wochenenden, über einen Zeitraum von 2-3 Wochen durchgeführt werden kann. Unter dieser Behandlung fallen in der Regel die Schmerzat tacken zunehmend milder aus, um im Idealfalle allmählich wegzubleiben.
Nichtmedikamentöse Maßnahmen beim Clusterkop fschmerz:
Anders als z.B. bei der M igräne spielen bei diesem Kop
fschmerzsyndrom psychische Faktoren eine eher untergeordnete Rolle, so daß diesbezüglich nur
allgemeine Maßnahmen empfohlen werden können, so z.B. ein
Schmerzbewältigungstraining.Transkutane Nervenstimulationen mittels
Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS) haben beim Clusterkop fschmerz
nur selten einen positiven Effekt.
1.3 Primäre Kop fschmerzen, die weder dem M igräne- noch dem Clusterkop fschmerz zuzuordnen sind
Unter diesem Begriff fassen wir scheinbar eigenständige Kop fschmerzbilder wie Spannungskopfschmerz, vertebragener oder zervikogener Kopfschmerz (= von der Halswir belsäule ausgehender), Anstrengungskop fschmerz, Okzipitalneuralgie (= Nervenschmerzen im Bereich des Hinterkopfes) oder Hemicrania continua (= anhaltende Halbseitenkopfschmerzen) zusammen. Allen Formen gemeinsam ist die sehr variablen Krankheitszeichen, so daß eine eindeutige Diagnosezuordnung in vielen, wenn nicht in den meisten Fällen, willkürlich ist. Oftmals ist nicht einmal eine sichere Abgrenzung gegen M igräne- oder vasomotorische Kopfschmerzen (= von Blutgefäßen ausgehende Kop fschmerzen) möglich.
Spannungskopfschmerz (oft auch
als
Kopfschmerz vom
Spannungstyp bezeichnet):
Dieses Kop
fschmerzsyndrom ist von allen genannten Begriffen am wenigsten klar
definiert. Der Begriff wird deshalb oftmals als Verlegenheitsdiagnose verwendet.
Die Symptomatologie (= die verschiedenen
Krankheitszeichen) wird in der Literatur nicht
einheitlich angegeben. Nach Meyer (1989) ist die Lokalisation wechselnd,
oft fronto/okzipital (= im Sti rn/Hinterhaupt-Bereich auftretend),
Soyka (1989) dagegen gibt als Schwerpunkt die
Nac ken- und
Hinterkopfregion an. Meist wird der Schmerzcharakter mit dumpf, bohrend und
spannend bezeichnet. In der Regel liegen die Beschwerden beidseits vor. Nach
unseren Erfahrungen geben die betroffenen Patienten häufig an, der Schmerz
steige von der Hinterkopfregion auf und breite sich dann diffus bis zu beiden
Augenhöhlen aus.
In der Regel beginnen die
Kopfschmerzen vom
Spannungstyp
schleichend morgens und steigern sich dann im Verlauf des Tages, meist den
ganzen Tag anhaltend. Teilweise werden aber auch im Tagesverlauf unterschiedlich
lange anfallsartige Schmerzverstärkungen angegeben, manchmal mit (milden)
vegetativen Symptomen (z.B. Übelkeit) einhergehend, so daß auch das Vorliegen
eines Migränekopfschmerzes in Frage kommt.
Bei der Untersuchung ist die
Hinterkopfregion beiderseits oft druckschmerzhaft. Teilweise ist die Kalotte (=
der knöcherne Schädel) klopfschmerzhaft. Sehr häufig finden sich im
Halswirbelsäulenbereich Muskelverspannungen, diese können auch bis zur
Schulter
muskulatur reichen.
Fast alle Patienten mit Spannungskop fschmerzen geben an, daß Aufmerksamkeit und
Konzentrationsfähigkeit nachgelassen hätten. Eine Unterteilung in
"episodischen (= von Zeit zu Zeit
auftretenden) Spannungskop fschmerz" und
"chronischen Spannungskop fschmerz" erscheint nicht sinnvoll, weil
damit lediglich Verlaufsvarianten beschrieben werden, die sich selbst bei
gleichen Patienten häufig abwechseln können.
Eine Verspannung der
perikranialen (= den Schädel umgebenden)
Mus kulatur, wie es dieser Kopfschmerzbegriff vermuten läßt, ist bei diesem
Kop fschmerzsyndrom nicht
zwingend. Psychische Überlagerung, vor allem in Form von depressiver
Verstimmung und/oder psychovegetativer Labilität ist häufig. In der Regel
dominiert die pflichtbewußte und leistungsorientierte Persönlichkeit.
Zur Differentialdiagnose (= zum Herausfinden um welche Krankheit es sich handelt) eignen sich Nervenblockaden (= Nervenbetäubungen). Während einer regelrechten Blockade der Nerven supraorbitales, occipitales majores und minores sowie auriculotemporales (infiltrativ im Schläfenbereich) bleiben i.d.R. Kop fschmerzen vom Spannu ngstyp weg, nicht aber vasomotorische (= von Blutgefäßen ausgehende) oder posttraumatische (= nach Verletzungen auftretende) Kop fschmerzen, sofern diese auf meningeale (= hirnhautbedingte) Störungen zurückzuführen sind.
Vertebragener Kopfschmerz (zervikogener
Kopfschmerz):
Der Unterschied zum Kop fschmerz vom
Spannu ngstyp dürfte nur darin bestehen, daß mit dem Begriff
"vertebragen" (=
wirbelsäule
nbedingt) lediglich auf eine mögliche
Ursache bzw. einen Zusammenhang hingewiesen wird. Die Schmerzausstrahlung
verläuft vom
Nacken
aufsteigend zur Stir n hin, nicht selten tritt gleichzeitig
ein
Schulter-Arm-Syndrom auf.
Okzipitalneuralgie:
Die primäre, idiopathische (=
als eigenständige Erkrankung auftretende)
Okzipitalneuralg ie ist selten. Es treten einseitig einschießende Kop fschmerzen im Versorgungsgebiet des N. occipitalis major auf
(Hinterkop f
bis
Scheitelhöhe).
Die Diagnose einer
Okzipitalisneuralgie wird durch eine
probatorische (= zur Klärung der Diagnose
durchgeführte) Nervenblockade mit z.B. 1-3 ml
Mepivacain (z.B. Scandicain®1%) (=
mittellang wirkendes örtliches Betäubungsmittel)
gesichert. Wie bei der Trigeminusneuralg ie liegt bei diesem Kop
fschmerzsyndrom häufiger eine atypische Form
vor, gekennzeichnet durch meist einseitig auftretende Kop fschmerzen und
längerfristigen Schmerzepisoden bis hin zu
Dauerschmerzen.
Paroxysmale
Hemikranie (CPH):
Diese Erkrankung wurde
erstmals 1974 beschrieben. Charakteristische Merkmale sind streng
einseitig auftretende
Kopfschmerzanfälle hauptsächlich im orbitalen (=
die Augenhöhle betreffend),
supraorbitalen (= die Sti rn betreffend)
und/oder temporalen (= die
Schläfe betreffend) Bereich und einer Dauer von 2 bis 45
Minuten. Die
Schmerzanfälle
treten mindestens 5 mal pro Tag auf. Als Mittel der
Wahl gilt auch hier Indometacin
(z.B.
Indometacin-Ratio®), alternativ
soll das Piroxicamderivat
Beta-Cyclodextrin hilfreich sein.
Hemicrania cont inua (anhaltender
Halbseitenkopfschmerz):
Dieses Kop
fschmerzsyndrom soll stets einseitig und seitenkonstant als Dauerkop fschmerz
auftreten. Differentialdiagnostisch (= um
herauszufinden um welche Krankheit es sich handelt)
zu verwerten ist, daß diese Beschwerden nur auf
Indometacin
(z.B. Indomet-ratiopharm®) ansprechen (Sjastaad 1984). Vermutlich handelt es sich hierbei ebenfalls
um einen Kop fschmerz vom
Spannu ngstyp, allerdings halbseitig auftretend.
Raeder-Syndrom:
Die Kop fschmerzen sind im Versorgungsgebiet
des Nervus ophthalmicus (=
oberer Gesichtsnerv)
lokalisiert. Die Symptomatik ist den
Clusterkopfschmerzen ähnlich.
Neck-tongue-Syndrom
(Nacken-Zungen-Syndrom):
Dieses Kop fschmerzsyndrom tritt attackenartig
einseitig hinterkopfbetont auf und ist von einer unangenehmen
Hypästhesie
(= herabgesetzte
Empfindlichkeit) der gleichseitigen
Zunge
nhälfte
begleitet.
Die Ursache ist nicht eindeutig geklärt, es wird eine Subluxation
(= unvollständige Ausrenkung)
des Atlanto-Axial-
Gelenke s (= zwischen
Schädel und
Wirbelsäule gelegen) vermutet (Bogduk
1981).
Therapie bei einem Kop
fschmerzsyndrom:
Die Schwierigkeit
genereller Therapieempfehlungen liegt darin, daß ein
Kop fschmerzsyndrom in allen
möglichen Variationen auftritt, sowohl hinsichtlich der Intensität als auch
der Periodizität (= zeitliches
Auftreten).
Die Kop fschmerzcharakteristika sind
nicht nur von Patient zu Patient verschieden, sondern können sich auch im
Verlauf der Erkrankung beim selben Patienten ändern, so daß dann jeweils die
aktuelle Therapie angepaßt werden muß. Hinzu kommt, daß die verschiedensten
Behandlungsmaßnahmen sehr unterschiedlich wirken können. Was bei einem
Patienten wirksam ist, muß dem anderen noch lange nicht helfen, auch wenn
scheinbar Diagnose und Symptomatik (=
Krankheitszeichen) übereinstimmen. Letztlich gilt
es also, für jeden Patienten eine optimale individuelle Therapie zu erarbeiten,
was sehr zeitaufwendig sein kann.
Medikamentöse Kop fschmerztherapie: Die
Behandlung des primären (= nicht auf eine
sonstige Krankheit zurückzuführenden)
Kopfschmerzes mit Medikamenten ist und bleibt angesichts mangelnder kausaler
(=
ursächlicher) Therapiemöglichkeiten eine
Notlösung, weshalb im Hinblick auf die Nutzen-Risiko-Relation die
Arzneimittelverordnung ständig überprüft und der aktuellen Leidenssituation
des Patienten angepaßt werden muß.
Genaue Kenntnisse über Nebenwirkungen und
Kontraindikationen (= Gegenanzeigen)
sind für eine optimale Behandlung unabdingbare Voraussetzungen. Grundsätzlich
gilt, daß Schmerzmit tel
möglichst nicht auf Dauer verabreicht werden sollen.
Die Gefahr einer Gewöhnung oder gar
Abhängigkeit wird durch Verordnung von
Kombinationspräparaten noch gefördert. Besonders gefürchtete Beimischungen
sind Barbiturate, Kodein und
Ergotam in.
Akuttherapie
bei Kop fschmerzen:
Für
die Behandlung primärer (= nicht auf eine
sonstige Krankheit zurückzuführende)
Kop fschmerzen haben sich folgende
Schmerzmit tel
bewährt: Acetylsalicylsäure
(z.B. ASS-ratiopharm®, Aspirin®), Paracetamol (z.B. ben-u-ron®) und sog.
nichtsteroidale Antirheumatika wie z.B. Ibuprofen (z.B. Brufen®, Dolgit®).
Besonders magenschonend und auch
entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib
und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Zusätzlich kann die Gabe eines zentralen Muskelrelaxans (=
ein Mittel zur Muskelentspannung), z.B. Baclofen
(z.B. Lioresal®) hilfreich sein. Der akute Spannungskop fschmerz spricht auch
auf Ergotamingabe an. Hinsichtlich der Verordnungshäufigkeit bestehen aber die
gleichen Bedenken wie bei der M igränetherapie. Bei unzureichender Wirkung von
Acetylsalicylsäure oder Paracetamol kann auch Metamizol (Baralgin®, Novalgin®)
versucht werden. Die i.v. Applikation (= in eine Blutader
verabreicht) (langsam) führt zu einem schnellen
Wirkungseintritt. In seltenen Fällen kann allerdings die gefürchtete
Agranulozytose (= Zerstörung bestimmter
Blutzellen) auftreten.
Alternativ kommt aus der
Gruppe der zentral wirksamen (= im
Rückenmark bzw. Gehirn wirkenden) Schmerzmit tel
bei Spannungskop fschmerzen noch Tramadol (Tramal®) in Frage, evtl. in
Kombination mit einem peripher (= direkt
im Schmerzbereich) wirkenden Schmerzmit tel.
Tilidin, selbst in Verbindung mit Naloxon
(Valoron N®) hat nach unseren
Erfahrungen immer noch ein gewisses Suchtpotential. Eine Entwöhnung bzw. ein
Entzug ist manchmal sehr schwierig.
Opioide oder Opiate (=
morphinähnliche Schmerzmi ttel) sollten eher
zurückhaltend verordnet werden.
Oftmals kann mit der therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Nervenblockaden (= Nervenbetäubungen) und Infiltrationen dominanter Schmerzareale prompt Schmerzfreiheit erzielt werden. Nicht selten ist zu beobachten, daß auch bei einmaliger Anwendung die Wirkung deutlich über die Wirkdauer des verwendeten örtlichen Betäubungsmittels hinaus anhält.
Therapie subakuter oder chronischer Kop fschmerzen:
Zur Behandlung subakuter
(= eher mäßiger) oder chronischer Kop fschmerzen
haben sich verschiedene psychotrope Substanzen
(= Mittel, die auf die Psyche einwirken bzw. zu einer
Schmerzdistanzierung führen) (z.B. Doxepin, Maprotilin) sehr bewährt. Primär kommen sie dabei wegen ihrer
schmerzdistanzierenden Wirkung zur Anwendung. Maprotilin (z.B. Ludiomil®) kommt
bei uns am häufigsten zur Anwendung und ist wegen der ausgeprägten dämpfenden
Wirkung besonders für unruhige Patienten geeignet. Amitriptylin (z.B. Saroten®)
ist stärker stimmungsaufhellend und mäßig dämpfend. Amitriptylinoxid (Equilibrin®)
ist eine biochemische Vorstufe des Amitriptylins und gilt als besser
verträglich. Doxepin (z.B. Aponal®, Sinquan®) eignet sich zur vegetativen
Harmonisierung, wirkt ausgesprochen depressionslösend und dämpfend. Diese
Substanz eignet sich auch zur Abschirmung eines Arzneimittelentzuges. Die
Dosierung erfolgt generell einschleichend.
Die genannten tri- und
tetrazyklischen Antidepressiva (= Mittel
gegen Depressionen) können auch im Sinne einer Spannungskop fschmerz -Prophylaxe (=
Vorbeugung) eingesetzt werden. Oftmals behalten
wir diese Medikation nach einer erfolgreichen Behandlung für weitere 2-3 Monate
bei, allerdings in reduzierter Dosierung (z.B. nur abends).
In hartnäckigen
Fällen hat sich die zusätzliche, niedrig bis mittel dosierte Verabreichung
eines Neuroleptikum
s (= Mittel zur
Beeinflussung der Psyche) bewährt. Wir bevorzugen
Levomepromazin (Neurocil®) in der Dosierung 3x3-15 Trpf. Levomepromazin wirkt
psychomotorisch (= hinsichtlich Psyche und
Bewegungsabläufe) stark dämpfend, so daß es in
Kombination besonders mit dem ähnlich wirkenden Maprotilin vorsichtig dosiert
werden muß.
Die Wirksamkeit von Serotonin-Antagonisten (=
Mittel, die dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirken)
wie Methysergid (Deseril®), Lisurid (Cuvalit®) und Pizotifen Sandomigran®,
Mosegor®) ist beim Kop fschmerz vom
Spannu ngstyp durch Studien bisher nicht
belegt. Auch die Wirksamkeit der Beta-Blocker (=
blutdrucksenkende Mittel, aber auch nachgewiesen hilfreich bei Mi gräne)
wie z.B. Propanolol (z.B. Dociton®) und Metoprolol (z.B. Beloc®) ist bei
Spannungskop fschmerzen wissenschaftlich bisher nicht eindeutig nachgewiesen, sie
können dennoch versucht werden.
Besonders bei Vorliegen einer "migränoiden"
Begleitsymptomatik (= z.B. Übelkeit,
Licht- und Lärmempfindlichkeit) ist als letzter
Therapieversuch auch der Einsatz von Triptane denkbar.
Zur Behandlung der
Occipitalneuragie
eignen sich Antikonvulsiva (= Mittel gegen
die Fallsucht) so z.B. Carbamazepin (z.B. Tegretal®).
Oft besser wirksam ist aus dieser Gruppe Gabapentin (Neurontin®).
Das Mittel der Wahl bei
Hemicrania continua
(= anhaltender
Halbseitenkopfschmerz) und bei der paroxysmalen
Hemikranie ist
Indometacin (z.B. Indometacin-hexal®).
Therapeutische
Lokalanästhesie:
Die Therapie mit langwirkenden
Lokalanästhetika
(= örtlichen Betäubungsmitteln)
Bupivacain, Etidocain) hat in der Behandlung primärer (=
nicht auf eine sonstige Krankheit zurückzuführende)
Kop fschmerzen sowohl bei akuten als auch bei subakuten oder chronischen
Schmerzzuständen bei uns bewährt (Le eser et Hefer
mann,
Schmerzk
linik Bad Mergen
theim 1990).
Dabei werden (stationär 1 bis 2 mal täglich) alle Nerven, die an der sensiblen
Versorgung des Schmerzbereichs beteiligt sind, an ihrem Austrittspunkt mit 1-2
ml blockiert. Zusätzlich werden, falls betroffen, die Aurikulotemporalis-
Region (= Schläfengegend)
und korrespondierende Triggerpunkte (=
Schmerzreizpunkte) infiltriert. Von besonderer
Bedeutung sind die myofaszialen (=
von
Muskeln und deren Gewebsumhüllung ausgehende)
Triggerpunkte.
Bei hinterkopfbetonten Schmerzbildern, auch mit mehr oder weniger
deutlicher Beteiligung der
Halswirbelsäule, führen wir in gleicher Sitzung
tiefe Infiltrationen der angrenzenden Mus kulatur mit insgesamt etwa 4- 6 ml
durch.
Bei halbseitigen Kop fschmerzen vom
Spannu ngstyp ist auch die wiederholte
Betäubung des
Ganglion stellatum (=
vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
mit einem langwirkenden Lokalanästhetikum hilfreich. Im chronischen Stadium,
aber auch bei episodenhaften (= von Zeit
zu Zeit auftretenden) Spannungskop fschmerzen, wenn
die schmerzfreien Intervalle nicht zu lange anhalten (z.B. nicht mehr als 1
Woche), ist diese Therapie um so wirkungsvoller, je häufiger sie angewendet
wird. Als optimal erwiesen sich zwei Sitzungen pro Tag über einen Zeitraum von
ca. 10-20 Tagen, was in der Regel allerdings organisatorisch meist nur
stationär möglich ist. Nicht selten kann eine anhaltende deutliche
Schmerzlinderung, oft auch Schmerzfreiheit, manchmal sogar schon nach wenigen
Sitzungen erreicht werden. Unter einer solchen intensiven therapeutischen
Lokalanästhesie kann in der Regel auch ein
Schmerzmittelentzug erfolgreich
durchgeführt werden, sofern das Abusus- (=
Mißbrauch-) oder Abhängigkeitsverhalten
tatsächlich auf eine Schmerzbelastung und nicht etwa auf ein psychisches
Suchtpotential zurückzuführen ist.
Nichtmedikamentöse Behandlung bei einem Kopfschmerzsyndrom:
Wie
bei der Mig ränebehandlung
werden die folgenden Methoden vorwiegend ergänzend
eingesetzt, teilweise sind sie aber auch unverzichtbare Bestandteile der
Gesamttherapie.
Bei der Punkteauswahl zur Akupunktur dominiert das
Lenkergefäß, ein Meridian, der hinter dem Af ter
beginnt und sich über die
Spitze der Dornfortsätze der Wir belsäule, über die Schädelmitte bis zur
Oberlippe erstreckt. Empfohlen werden hauptsächlich die Punkte 19, 23 und 25;
zusätzlich Punkte des Gallenblasen-Meridians im Kop fbereich, so z.B. 3 und 20 (Kossmann
et al. 1986).
Auch die transkutane Nervenstimulation mittels
Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS) hat sich bei einem
Kop fschmerzsyndrom
bewährt. Mit dieser Methode lassen sich häufig Schmerzmit tel
einsparen,
oftmals kann auf zusätzliche Schmerzmitteleinnahme sogar verzichtet werden.
Wenn ein
Kopfschmerzsyndrom
mit Störungen im Bereich der Halswir belsäule einhergehen,
ist in der Regel die Verordnung von physikalischen Therapiemaßnahmen
(Fango, Wärmeapplikationen usw.) sowie
Krankengymnastik hilfreich.
Besonders zu empfehlen sind Autoelongationsübungen. Manchmal kann auch durch
eine manuelle Lymphdrainage im Kop f-/Halsbereich eine deutliche Verbesserung
erzielt werden.
Bewährt hat sich auch die wiederholte oberflächliche
Kältebehandlung im Nac ken-/HW S-Bereich, evtl. auch unter Einschluß der
angrenzenden Schultermuskulatur. Im Rahmen einer Kurmaßnahme ist bei einem Kopfschmerzsyndrom
auch eine Hydrotherapie in Form von Wechselbädern und /
oder Kneippschen Güssen empfehlenswert. Auch Biofeedback
(= Registrierung und Rückmeldung
bioelektrischer Signale) kann hilfreich sein.
Auch
bei einem
Kopfschmerzsyndrom hat sich die Vermittlung von Entspannungstechniken
(Progressive Relaxation nach Jacobson, Autogenes Training) sehr bewährt. Bei
streßinduzierten Kop fschmerzen ist ein Streßbewältigungstraining
hilfreich.
2. Sekundäres oder symptomatisches Kopfschmerzsyndrom:
Dieser Begriff bezeichnet Kop fschmerzen, die als Symptom auf eine faßbare organische oder psychische Ursache zurückzuführen sind. Die schematische Gliederung der möglichen Ursachen orientiert sich der besseren Übersicht wegen im folgenden am Symptom "Kop fschmerz ".
2.1. Kop fschmerzen als (zunächst) einziges Symptom:
Diese Kopfschmerzsyndrom
e
umfassen
mögliche Ursachen, bei denen typischerweise Kop fschmerzen überhaupt oder
zunächst als einziges Krankheitszeichen auftreten.
Differentialdiagnostisch
(= zur Abgrenzung gegenüber anderen Erkrankungen)
wichtig innerhalb dieser Gruppe: "Psyc
hogenes Kopfschmerzsyndrom" .
Nach Soyka (1989) gibt es kein spezifisch psychogenes
(= rein psychisch bedingtes) Kopfschmerzsyndrom.
Das "Ad-Hoc-Commitee" definierte den "psychogenen" Kop fschmerz als halluzinatorische Sinnestäuschung oder Ausdruck einer
Konversionsneurose ohne peripheren Schmerzmechanismus. Die Kritik an dieser
Definition setzt bei letztgenanntem Kriterium ein, gibt es doch primäre Kop fschmerzen, bei denen auch kein peripherer Schmerzmechanismus bekannt ist.
Insgesamt gesehen dürften rein psychogen verursachte Kop fschmerzen relativ
selten sein, wenngleich wir ihn in der Klinik recht häufig sehen (ca. 3-4%
aller Patienten mit chronischen Kop fschmerzen). Dies ist jedoch darauf
zurückzuführen, daß sich in einer
Schmerzklinik naturgemäß Patienten mit
einem therapieresistenten Kopfschmerzsyndrom häufen.
2.2. Kop fschmerzen als Begleitsymptom (=
zusätzlich auftretendes Krankheitszeichen):
Neben einem
Kopfschmerzsyndrom sind in der Regel weitere Symptome für die exakte Diagnose
richtungsweisend. Die Kenntnis der möglichen Krankheitsbilder ist allerdings
wichtig, da manchmal auch in untypischer Weise Kop fschmerzen als zunächst
einziges Symptom auftreten können. Außerdem gilt es, andere Begleitsymptome
nicht zu übersehen.
2.2.1 Arteriitis temporalis (= En tzündung
der Schläfenschlagader): Ursache
ist die
Riesenzellen-Arteriitis, die vorwiegend neben der A. temporalis (=
Schlagader an der Schläfe) auch die A. carotis externa
(= äußere Halsschlagader) und die A. centralis
retinae (= Schlagader im Auge)
befallen kann. Die anhaltend bohrende, in ihrer Intensität wechselnde Kop fschmerzen, hauptsächlich im Schläfenbereich, treten meist im Rahmen eines
allgemeinen Krankheitsgefühls auf. Häufig bestehen auch
Muskel
- und
Gelenkschmerzen.
Bei Befall der Kaumuskulatur tritt die typische Claudicat io mastica toria (= Kaumuskelschwäche)
auf. Die Blutsenkung ist regelmäßig stark erhöht.
Schon der Verdacht auf eine
Ar teriitis
tempora lis
(Arteriitis
cranialis,
Riesenzellarteriitis)
zwingt wegen der Gefahr der Erblindung (Befall der A.
centralis retinae) zur sofortigen Kortisonbehandlung. Der Nachweis der Krankheit
erfolgt histologisch (= durch
Gewebeuntersuchungen).
2.2.2 Folgende internistische Krankheiten können, wenn auch relativ selten, mit Kop fschmerzen einhergehen: Schilddrüsendysfunktion, Nebenniereninsuffizienz, Hypoglykämie, Hyperparathyreoidismus, Hypophysenadenom, Anämien, Panzytopathien, Leukämien, Angina pectoris, Aorteninsuffizienz.
2.2.3 Exogene Intoxikationen (= durch äußere Ursache entstandene Vergiftungen) (Soyka 1980):Medikamente. Bei dieser Gruppe tritt ein
Kopfschmerzsyndrom
als
Begleitsymptom oft schon in therapeutischer Dosierung auf, so daß man dann
allenfalls von einer relativen Intoxikation
(= Vergiftung) sprechen kann.
Folgende Wirkstoffe
sind besonders zu erwähnen: Tetrazykline, Nitroglyzerin, Nalidixinsäure und
Indometazin. Nicht selten klagen Frauen über Kop fschmerzen bei gleichzeitiger
Kontrazeptiva-Medikation (=
Antibabypille).
Auch ein
Schmerzmittelmißbrauch
kann auf Dauer zu einem
Kopfschmerzsyndrom
(Schmerzmittel-Kopfschmerzen,
Analgitika-Kopfschmerzen)
führen. Häufig werden sogenannte "rezeptfreie" Schmerzmit tel
im
Rahmen einer Selbstbehandlung bevorzugt. Verstärkend wirken Tranquilizer (=
Mittel zur Beruhigung) oder barbiturathaltige
Arzneimittel.
Die sog. kritische kumulative Wochendosis
(= Menge die sich in einer Woche anhäuft),
(= bekannt als Aspirin)
2.2.42.2.4 Posttraumatisches Kopfschmerzsyndrom:
Der
sogenannte post traumatische
(= nach einer
Verletzung auftretende) Kop fschmerz kann
prinzipiell nach jeder Verletzung im Kop f-/Nackenbereich auftreten. Weder die
Art der Verletzung noch das Ausmaß der Gewebsdestruktionen korrelieren mit der
Intensität und der Dauer dieses Kopfschmerzes. So kann ein vergleichsweise
harmloses
Schleudertrauma
(Beschleunigungstrauma,
Beschleunigungsverletzung) ohne objektivierbare
krankhafte Veränderung zu heftigsten Kop fschmerzen führen, während Patienten
mit einem ausgedehnten Schädelbasisbruch nach Ausheilung völlig
kopfschmerzfrei sein können. Hinsichtlich Intensität, Periodizität (=
zeitliches Auftreten) und Lokalisation (=
Ort an dem die Schmerzen empfunden werden).
Ein
post traumatischer
Kopfschmerz
kann
sowohl als Kopffschmerz vom
Spannu ngstyp als auch als Migränekop fschmerz oder
gemischt, im Bereich der Stir n und/ oder am Hinterkop f betont, auftreten.
Häufiger sehen wir Patienten, die typische Symptome eines Kopfschmerzes vom
Spannu ngstyp angeben, der aber während einer örtlichen Betäubung der den
Schädel versorgenden Nerven nicht wegbleibt. In diesen Fällen muß angenommen
werden, daß die Störung von den Hirnhäuten ausgeht, da das Hirngewebe ja
schmerzunempfindlich ist. Besonders ein längerer, verletzungsbedingter
Leidensweg kann die Ausbildung einer psychischen Überlagerung (Hypochondrie,
Neurotizismen) begünstigen.
Eine erwähnenswerte Besonderheit des
posttraumatischen Kopfschmerzes ist die dysautonome
Kephalg ie.
Einseitige, attackenartige Schmerzsensationen mit vegetativer Beteiligung,
teilweise auch Mydriasis (= weite Pupille)
und Sehstörungen, kennzeichnen dieses Schmerzbild.bild.
Therapie der sekundären (= auf
eine Grundkrankheit zurückzuführenden)
Kopfschmerzsyndrom
e:
Grundsätzlich gilt es, die
herausgefundene Schmerzursache ursächlich zu behandeln bzw. zugrundeliegende
Noxen (= schädliche Stoffe)
wegzulassen. Intermittierend (=
zeitweilig), bis z.B. eine kausale (=
gegen die Ursache gerichtete) Therapie wirksam
wird, können Schmerzmit tel
verabreicht werden.
Kann die ursächliche Krankheit
nicht oder nicht mehr erfolgreich therapiert werden (z.B. fortgeschrittener
Hirntumor), können Behandlungsmaßnahmen wie beim primären Nicht-M igräne-
oder
Bing Horton-Kopfschmerz versucht werden.
Die Therapie bei der Ar teriitis
tem poralis (= En tzündung
der
Schläfenschlagader) besteht in sofortiger
Verabreichung von Kortikosteroiden. Als Einstiegsdosis werden 100mg Prednisolon
täglich empfohlen, jeweils nach 5 Tagen wird dann um 10 mg reduziert. Der
therapeutische Fortschritt kann an der Blutsenkung ersehen werden.
Wenn ein
Schmerzmittelmißbrauch tatsächlich auf ein chronifiziertes Schmerzsyndrom und
nicht etwa auf ein eigendynamisches Suchtpotential zurückzuführen ist, besteht
die Therapie der daraus resultierenden Analgetikakop fschmerzen in
sofortigem Absetzen des Schmerzmittels und nicht etwa in ausschleichender
Dosisreduzierung. Da mit dieser Maßnahme ja die Schmerzquelle, wegen der die Schmerzmit tel
überhaupt eingenommen wurden, nicht ausgeschaltet wird, muß die
Behandlung derselben mit anderen Mitteln fortgesetzt werden, denn es macht ja
wenig Sinn, in dieser Situation wieder auf (andere) Schmerzmit tel
zurückzugreifen. Als alternative Behandlung eignet sich in besonderem Maße die
wiederholte Verabreichung eines langwirkenden örtlichen
Betäubungsmittels
(z.B. Bupivacain) in Form der therapeutischen Lokalanästhesie. Parallel zum
Entzug verordnen wir zur Abschirmung möglicherweise auftretender vegetativer
Entzugserscheinungen Trimipramin (Stangyl®), initial i.v..
Nicht selten besteht
gleichzeitig auch ein Benzodiazepin-Mißbrauch. Eine diesbezügliche
Entzugssymptomatik kann mit Carbamazepin oder Valproinsäure behandelt werden (Apelt
et al. 1992).
Die Entzugsbehandlung bei Schmerzmit telabusus erfordert intensive
ärztliche Interventionen, was in der Regel nur im Rahmen einer stationären
Behandlung durchführbar ist (Schmerzklinik).
Das "psychogene" (= psychisch verursachte) Kop fschmerzsyndrom sollte stationär psychosomatisch orientiert behandelt werden. Da die betroffenen Patienten fast regelmäßig auf einer körperlichen Ursache ihrer Schmerzen "bestehen", ist es nicht sinnvoll, sofort in die Psychotherapie einzusteigen, man riskiert damit nur, daß der Patient die Behandlung abbricht. Indem wir mit einer täglichen therapeutischen Lokalanästhesie im Kopfbereich beginnen, geben wir dem Patienten das Gefühl, daß auch wir an die körperliche Entstehung seiner Schmerzen glauben. Gleichzeitig aber bestehen wir darauf, daß der Patient an Einzelentspannungsübungen wie z.B. autogenem Training teilnimmt, was meist auch eingesehen und toleriert wird. Der Psychotherapeut, der auch das autogene Training durchführt, erhält so die Gelegenheit, die Patienten kennenzulernen und Vertrauen zu bilden, um auf dieser Basis allmählich in psychotherapeutische Interventionenionen Hilfreich ist auch eine 3-4 tägige psychovegetative Entspannung durch eine sogenannte "Schlafkur". Zur wiederholten Schlafinduktion verwenden wir 1-2 mg Flunitrazepam (Rohypnol ®), zusätzlich geben wir 1-2 mal täglich 40 mg Prothipendyl (Dominal forte ® ). Eine weitere Interventionsmöglichkeit bietet die Verabreichung psychotroper schmerzdistanzierender Substanzen (= Mittel zur Behandlung der Psyche, aber auch bei Schmerzen hilfreich).
In der Klinik sehen wir den Kombinationskopfschmerz immer häufiger, wobei eindeutig die Kombination eines primären (= als eigenständiges Krankheitsbild auftretenden) (hauptsächlich M igräne) mit einem sekundären (= als Folge einer Erkrankung oder "Vergiftung" auftretenden) (hauptsächlich Schmerzmittelkop fschmerz) Kop fschmerz dominiert. Bei Beteiligung eines Schmerzmittelkopfschmerzes kann oftmals die Ursprungskomponente erst nach einer Entzugsbehandlung diagnostiziert werden, weil erst dann die ursprüngliche spezifische Symptomatik wieder in den Vordergrund rückt. Ein Kombinationskop fschmerz tritt fast immer als Dauerkop fschmerz auf.
Die Kombinationenionen
1. Mig räne und Kop fschmerz vom Spannu ngstyp, wobei die einzelnen Komponenten entweder gemeinsam oder zeitlich voneinander getrennt auftreten können. Da die Einzelsymptome fließend ineinander übergehen können, lassen sich nicht in jedem Falle die Einzelkomponenten trennen. Häufig kommen die Patienten mit der Hilfsdiagnose "migränoide Kephalg ie" (= migräneartige Kopfschmerzen).
2. Mig räne und Schmerzmit tel-/Ergotaminkop fschmerz. Bei dieser Kombination dominiert als zweite Komponente aufgrund eines Schmerzmit tel- oder Ergotam inabusus (= mißbräuchliche Anwendung von Ergo tamin) ein vasomotorischer (= von Blutgefäßen ausgehender) Schmerztyp, also dumpf und pulsierend. Ein unflankierter Entzug des Ergotamins (= in dem als alleinige Maßnahme das Ergo tamin weggelassen wird) führt häufig zu statusartigen (= anhaltenden) M igräneanfällen.
3. Spannu ngs- und Schmerzmittelkop fschmerz. Anamnestisch (= in der Vorgeschichte) traten die ursprünglichen Kop fschmerzen vom Spannu ngstyp früher sehr häufig, oft täglich auf und zwangen so zu häufiger Schmerzmitteleinnahme, wodurch sich schleichend zusätzlich ein Schmerzmittelkop fschmerz ausbildete. Aktuell geben die Patienten meist einen Dauerkop fschmerz mit wechselnder Intensität an.
4. Andere Kombinationen sind möglich, jedoch seltener, so z.B. ver tebragener (= von der Halswir belsäule ausgehender) und Schmerzmittelkop fschmerz.
Therapie des Kombinationskopfschmerzes:
1. Zur Behandlung der Kombination von Migräne und Kop fschmerz vom Spannu ngstyp gilt als Mittel der Wahl die parallele Medikation mit einem Beta-Blocker (= eigentlich ein Blutdruckmittel, wirkt aber auch gegen Mi gräne) und einem Antidepressivum (= Mittel gegen Depression, aber auch bei Schmerzen hilfreich). Wir bevorzugen Propanolol (z.B. Dociton ®), 160-240 mg/d und Maprotilin (z.B. Ludiomil ®), bis 150 mg/d. Für die akute und subakute Behandlung hat sich die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) im Kopfbereich bewährt. Je nach aktueller Schmerzsituation können auch Schmerzmit tel verabreicht werden.
2. Bei allen Kombinationen, die mit einem Schmerzmit tel- oder
Ergotam inabusus
(=
mißbräuchliche Anwendung von Schmerzmi ttel bzw. Ergo tamin)
einhergehen, wie die Kombinationen M igräne und Schmerzmit tel- oder Ergotaminkop fschmerz, steht zunächst die Entzugsbehandlung im
Vordergrund. Wegen des gefürchteten Entzugskopfschmerzeserzes sollte die
Behandlung stationär in einer
Schmerzklinik erfolgen.
Die Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel ist in dieser Situation die optimale Lösung, da es
wenig sinnvoll ist, den Entzugskop fschmerz wieder mit (anderen) Schmerzmitteln
behandeln zu wollen. Da die therapeutische Lokalanästhesie auch zur
prophylaktischen (=
vorbeugenden) Mig ränebehandlung
geeignet ist,
tritt die ursprüngliche M igräne nach einem erfolgreichen Entzug oft nur noch
in abgeschwächter Form auf.
Bei nicht ausreichender Wirkung kann immer noch
zusätzlich ein Betablocker cker (=
Blutdruckmittel, das auch bei Migräne hilft)
(z.B. Propanolol) oder ein Serotonin-Antagonist
(= ein dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirkendes Mittel)
verabreicht werden.rden.
4. Vom Prinzip her gelten die beschriebenen Therapiemaßnahmen auch für füandere
Kombinationen. Ist eine Komponente ein Schmerzmittelkop fschmerz, so
erfolgt immer zunächst der Entzug, danach wird das ursprüngliche Kop fschmerzsyndrom behandelt. In der Praxis ist es allerdings oft nicht
einfach, einen Kombinationskop fschmerz zu erkennen, besonders wenn eine
langjährige chronische Verlaufsform vorliegt.
Auch wenn wir nicht sicher sind,
daß ein Schmerzmit tel- (oder
Ergotam in-)
Kop fschmerz vorliegt, dies aber
aufgrund des aktuellen Medikamentenverbrauchs theoretisch möglich erscheint,
führen wir die beschriebene Entzugsbehandlung durch, wobei wir die gewohnte,
bisherige Schmerzmittelmedikation sofort absetzen. Nicht selten bleiben Kop fschmerzen nach dieser Behandlung völlig weg, so daß dann nicht einmal mehr
im nachhinein eine differenzierte Diagnose gestellt werden kann.
Therapeutische
Lokalanästhesiehesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) im Bereich des Kopfes zur Entzugsbehandlung:
Blockade aller Nerven, die an der
sensiblen Innervation (= Versorgung)
des Schmerzbereichs beteiligt sind (infrage kommen die Nerven supraorbitales,
occipitales majores et minores), mit 1-2 ml z.B. Bupivacain 0,25-0,5% an ihren
Austrittspunkten, 1 bis 2 mal täglich. Zusätzlich werden, falls betroffen, die
Aurikulotemporalis- Region (=
Schläfenbereich) und korrespondierende
Triggerpunkte (= Schmerzreizpunkte)
infiltriert. Von besonderer Bedeutung sind die myofaszialen (=
Muskeln und deren Gewebsumhüllung betreffende)
Triggerpunkte.
Bei einem hinterkopfbetonten
Grundsätzlich sind auch bei den verschiedenen Kombinationskop fschmerzen nichtmedikamentöse Therapieverfahren sinnvoll, so z.B. die transkutane (= über die Haut verabreichte) elektrische Nervenstimulation mittels Klebeelektroden, insbesondere aber auch psychologische Interventionen (z.B. Erlernen von Entspannungstechniken, Schmerzbewältigungstraining).
Aktualisiert: 22.04.2006 k
A
Abdomen,
Ablatio mammae,
abdominale
Schmerzen,
abdominelle
Schmerzen,
Achillessehne,
Afterschmerzen,
Armamputation,
chronische
Armschmerzen
(www.armschmerzen.de),
Arthralgien,
Analschmerzen,
B
Bakterielle
Gelenkentzündung,
Bandscheibenschäden,
Bandscheibenabnutzung,
Bandscheibendegeneration,
Bandscheibenhernie,
Bandscheibenleiden (www.bandscheibenleiden.com),
Bandscheibenschädigungen,
Bandscheibenschmerzen (www.bandscheibenschmerzen.de),
Bandscheibenvorfälle (www.xn--bandscheibenvorflle-vwb.de),
Bandscheibenschaden,
Brustbeinschmerzen, chronische
Brustkorbschmerzen,
Brustschmerzen (www.brustschmerzen.com),
chronische
Brustwirbelsäulenschmerzen,
BWS-Schmerzen
C
Carpaltunnelsyndrom,
Cephalgie (www.cephalgie.com),
Cervikalsyndrom,
Chondropathia,
chronische Kopfschmerzen (www.kopfschmerzen.li)
(1),
chronische Kopfschmerzen
(2),
chronische Kreuzschmerzen (www.kreuzschmerzen.li),
chronische Rückenschmerzen (www.1-rueckenschmerzen.de),
chronische Unterleibschmerzen,
Compartment-Syndrom,
Coxalgia
D
Dammschmerzen,
chronische
Darmschmerzen,
Dauerkopfschmerz,
E
Eingeweideschmerz,
Eitrige Gelenkentzündung,
chronische
Ellenbogenschmerzen,
chronische
Enddarmschmerzen,
Entzündung am Steiß,
Entzündung im Kreuzbein,
Engpaßsyndrome,
Extremitätenschmerzen
F
Femoropatellares
Schmerzsyndrom,
Fersenschmerz,
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Fingergelenksarthrose,
Fingergelenkschmerzen,
Fingerpolyarthrose,
Flankenschmerzen, Schmerzen in den
Füßen,
Fußgelenksschmerzen,
Fußschmerzen (www.fusschmerzen.de)
(1), Fußschmerzen (www.fussschmerzen.com)
(2),
Fußsohlenschmerz
G
Gelenkschmerzen (www.gelenkschmerzen.org),
Gesichtsschmerzen (www.gesichtsschmerzen.de), Gicht-Arthritis,
Gliederschmerzen
(www.gliederschmerzen.ch),
Golferellbogen (www.golferellbogen.de)
H
Halswirbelsäulenschmerzen,
Handgelenkarthrose,
Halswirbelschmerzen,
Handgelenkschmerzen,
Harnblasenschmerzen,
Herpes-zoster-Neuralgie,
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Hodenschmerzen,
Hüftschmerz (www.xn--hftschmerz-9db.com),
Hüftgelenkschmerzen,
Hüftschmerzen,
Hüftgelenkschmerz
(www.hueftgelenkschmerz.de),
HWS-Schmerzen
I
Idiopathische Kopfschmerzen,
Iliosakralgelenk,
Infektiöse
Gelenkentzündung,
Insertionstendopathien,
Ischias (1),
Ischias
(www.ischias.co.uk)
(2),
Ischämie (www.ischämie.com
/ www.xn--ischmie-8wa.com),
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Ischiasschmerz
K
Kapselentzündung (www.kapselentzuendung.de),
Kieferschmerzen,
Kniegelenkschmerzen,
Kniegelenksschmerzen,
Kniescheibenschmerzen,
Knieschmerz (www.knieschmerz.net),
Knieschmerzen,
Knochenhautentzündung,
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Knochenschmerzen (www.kochenschmerzen.org),
Knorpelerweichung,
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Kompressionssyndrom, Kompartmentsyndrom, Kopfschmerz
(1)
Kopfschmerz (www.kopfschmerz.co.uk)
(2), Kopfschmerzen (www.1-kopfschmerzen.de)
(1),
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Kopfschmerzsyndrom,
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Koxarthrose
(1), Koxarthrose (www.kox-arthrose.de)
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Kreuzbeinschmerz (http://www.kreuzbeinschmerz.de),
Kreuzschmerz (www.kreuzschmerz.org),
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Kyphose
L
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(www.lunatumnekrose.com),
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M
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myofasciale
Schmerzen, myofasciales Schmerzsyndrom
N
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Nervenwurzelkompressionssyndrom,
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Neuralgiforme Schmerzen,
Neuropathien (www.neuropathien.de),
Neuropathische Schmerzen
O
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P
Pelvipathie
(www.pelvipathie.de),
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Q
Querschnittslähmung,
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R
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Rückenschmerz (www.xn--rckenschmerz-dlb.at)(2),
Rückenschmerzen (www.rueckenschmerzen.li)(1),
Rückenschmerzen
(www.dauerschmerzen.de/rueckenschmerzen)(2),
S
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Sakroiliakalgelenk,
Schambeinschmerzen,
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Schmerzbehandlungen,
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Abdomen,
Schmerzen im Arm,
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Schmerzen in
der Bauchhöhle,
Schmerzen im Bauch,
Schmerzen im Becken,
Schmerzen im Bein,
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Schmerzen bei
Berührungen,
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Schmerzen bei
Bewegungen, chronische
Schmerzen in der Blase,
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Brustbein,
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Brustkorb,
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der Brust,
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BWS-Region),
Schmerzen im Darm,
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den Extremitäten,
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Fersen,
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Füße,
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(Flanken), Schmerzen
im Fuß,
Schmerzen in der
Fußsohle,
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Gliedern, Schmerzen
in der Harnblase,
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Hüftgelenk,
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HWS-Region),
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Kniegelenk,
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im Kopf (1), Schmerzen
im Kopf (2), Schmerzen
im Knie,
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im Kreuzbein, Schmerzen
im Leib (Bereich des
Leibes),
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Leiste (Leisten), Schmerzen der LWS (LWS-Bereich,
LWS-Region),
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Unterarm,
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T
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